Geschrieben von Sascha Wortmann, Mittwoch, 24. Mai, 2017

Employer Branding durch Zusatzleistungen stärken

(PREGAS/Sascha Wortmann) Die betriebliche Altersversorgung (bAv) ist ein schlagkräftiges Argument im Gastgewerbe, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden. Gerade nach dem Aus der hogarente ist dies ein entscheidender Faktor.

Hoteliers und Gastronomen haben regelmäßig mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Eine davon ist die Gewinnung von gut ausgebildetem Personal, das auch dauerhaft Lust hat, motiviert am Erfolg des Unternehmens zu arbeiten. Denn immer wieder ist in dem Zusammenhang zu hören, dass gerade kleine und mittlere Betriebe enorme Schwierigkeiten haben, alle offenen Stellen qualifiziert zu besetzen, sei es aufgrund der Arbeitszeiten oder auch der zum Teil vergleichsweise niedrigen Bezahlung.

Deshalb brauchen Hoteliers und Gastronomen neue Strategien, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden. Eine Lösung dafür kann sein, zusätzliche Anreize über das Gehalt und die Entwicklungsmöglichkeiten hinaus zu schaffen, die sich im sogenannten Employer Branding positiv besetzen lassen. Employer Branding bezeichnet den Aufbau einer Arbeitgebermarke und die Positionierung als beliebter Betrieb für potenzielle Auszubildende und erfahrene Fachleute. In Zeiten, in denen sich Unternehmen aufgrund des Fachkräftemangels bei den Mitarbeitern bewerben und nicht umgekehrt, kann dies den entscheidenden Vorteil bei der Rekrutierung von Mitarbeitern bringen. Denn der unternehmerische Erfolg im Gastgewerbe hängt beinahe ausschließlich von der Qualität der Mitarbeiter ab.

Ein Instrument, das sich schon in anderen Branchen als sehr erfolgversprechend herausgestellt hat, ist die betriebliche Altersvorsorge (bAv). Damit sorgen Unternehmen und Mitarbeiter gemeinschaftlich für die private Rente des Angestellten vor – und das wird auch noch staatlich gefördert. Gerade vor dem Hintergrund, dass die hogarente nicht mehr eingesetzt werden kann, ist eine individuelle Lösung in der betrieblichen Altersvorsorge ein wesentlicher Mehrwert für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der sich über alle Kanäle ausspielen lässt. Denn Bewerber wissen: Der Betrieb kümmert sich um mich und unterstützt mich dabei, etwas für mein Ruhestandseinkommen zu tun. Denn die Zahlen beunruhigen: Das Brutto-Rentenniveau sinkt kontinuierlich, 2040 wird es nur noch 39 Prozent des Durchschnittseinkommens betragen. Das heißt, dass ein Arbeitnehmer, der 2040 in Rente geht und durchschnittlich 2500 Euro brutto verdient hat, nur noch rund 730 Euro Brutto-Kaufkraft durch seine gesetzliche Rente haben wird. Das ist natürlich ein herber Einschnitt.

Konkret funktioniert die betriebliche Altersvorsorge so. Mitarbeiter können vom Bruttogehalt Geld in spezielle Verträge einzahlen und dieses damit für die Rente zurücklegen. Aufgrund des Lohnabzugs sparen sie dabei sogar noch Steuern und Sozialabgaben, und auch die Arbeitgeber sparen Lohnnebenkosten. In der Regel geben die Unternehmen diese Ersparnis wiederum an die Mitarbeiter als Zuschuss zur betrieblichen Altersversorgung weiter – also ein echter Mehrwert für Arbeitnehmer, denn das Unternehmen „schenkt“ ihnen Geld für die Rente.

Damit dieses Vorhaben aber nicht nach hinten losgeht, sondern sich über die Jahre und Jahrzehnte hinweg für alle Seiten gut entwickeln kann, ist professionelle Beratung absolut notwendig. Denn schnell schleichen sich Fehler ein, vor allem bei der Wahl des Produkts. Dieses muss ein haltbares Rendite-Risikoprofil aufweisen, um stabile Gewinne bei einem ausreichend hohen Sicherheitspuffer abzuwerfen. Daraus werden die späteren Ausschüttungen für die Mitarbeiter erzielt, und bei einer guten Vermögensverwaltung erhalten sogar die Unternehmen noch einen Gewinn daraus. Zugleich müssen sich Unternehmer aber auch aufgrund des Haftungsrisikos absichern, um nicht im Falle einer unzureichenden Vermögensverwaltung die Auszahlungssumme für den oder die Mitarbeiter selbst tragen zu müssen.

Bildrechte: magele-picture/Fotolia

 

Über den Gastautor:

Sascha Wortmann
Sascha Wortmann ist Inhaber der Wortmann Finanzen & Beratung (www.wortmann-fin.de) in Mönchengladbach und berät private und institutionelle Anleger bei allen Fragen rund um Finanzen und Versicherung. Dabei konzentriert er sich mittels individueller Lösungen besonders auf Aufbau und Absicherung von Vermögen und berät Anleger bei der langfristigen Strukturierung ihres Kapitals. Sascha Wortmann begleitet seine Kunden eng und sucht regelmäßig das Gespräch – auch um das Bauchgefühl bei allen Entscheidungen zu verbessern.





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