Geschrieben von Bernd Fritzges, Mittwoch, 11. Mai, 2016

Ein MICE-Camp ist kein Campingurlaub im Maisfeld

(PREGAS/Bernd Fritzges) Seit einigen Jahren darf ich nun schon begeisterter Teilnehmer des Micecamps der HSMA (Berufsverband der Sales- & Marketingfachkräfte aus Hotellerie und Tourismus) sein. Und jedes Jahr frage ich mich, warum sich Veranstaltungsplaner aus den Unternehmen diesen geballten Wissenstransfer größtenteils entgehen lassen. Ich kann mir das eigentlich nur damit begründen, dass viele einfach gar nicht wissen, was sie dort erwartet. Vielleicht bemerken wir aber auch durch das Fachchinesisch unserer Tagungs- und Veranstaltungswelt gar nicht mehr, dass wir nicht jeden mit „Hippness“ abholen können. Ich selbst z. B. bin auch kein großer Freund der Begrifflichkeit „MICE“ (Meetings, Incentives, Conventions, Events), denn auf die Fragen im Bekanntenkreis, was man denn so beruflich macht, ist die Antwort „Ich arbeite in der MICE-Branche“ für die Gesprächspartner oftmals nur bedingt befriedigend. Meistens mündet dies im Anschluss umgehend in Fragen, entweder zur Landwirtschaft oder zu Tierversuchen. Im Falle des Veranstaltungsformats wird nun MICE auch noch mit dem Begriff „Barcamp“ zu Micecamp kombiniert, was sich im ersten Moment mehr nach netter Schunkelrunde am Lagerfeuer als nach knallhartem Ausbau des eigenen Fachwissens anhört.

Aber was passiert denn eigentlich auf so einem Barcamp? Man hört immer von der „Unkonferenz“ ohne Agenda, was ein riesiges Chaos suggerieren lässt. Ich selbst kann nur davon berichten, dass es auf keinen anderen Konferenzen so diszipliniert zugeht, wie bei einem Barcamp – Chaos Fehlanzeige! Und auch die Befürchtung, dass einen Themen erwarten könnten, die einen nicht interessieren, wurde bei mir bisher nie bestätigt. Das Gegenteil ist der Fall, denn Teilnehmer stellen bereits im Vorfeld Themenvorschläge zur Verfügung und bringen während des Barcamps ihr Expertenwissen ein, so dass jeder davon partizipieren und profitieren kann.

Nur gut wäre es gewesen, wenn wir in den letzten Veranstaltungen noch mehr Input von den Veranstaltungsmachern aus den Unternehmen erhalten hätten. Ich bin mir sicher, dass Diskussionsrunden des letzten Jahres zu Themen wie „kundeneigene Verträge“, „MICE Buchungsportale“ oder „Sinn und Unsinn von Zertifizierungen“ nochmals anders verlaufen wären. Und wenn in diesem Jahr schon konkret darüber diskutiert wird, welche Technologie eingesetzt wird, um Preise für Tagungspauschalen nur noch nach Angebot und Nachfrage zu kalkulieren, sollten Vertreter der Käuferseite nicht fehlen. Daher werde ich in meiner Funktion bei der Vereinigung Deutscher Veranstaltungsorganisatoren e. V. dafür werben, vom 26. bis 28. August in Berlin mehr „Veranstaltungsplaner-DNA“ dabei zu haben. Eine Barcamp Regel besagt, dass Teilnehmer, die das erste Mal dabei sind (Achtung, hier gibt es wieder einen hippen Begriff dafür, die Neuen heißen nämlich „Newbies“) eine Session moderieren oder sich wenigstens Unterstützung von einem „alten Hasen“ einholen sollen.

Daher hier mein Aufruf: Der erste Veranstaltungsplaner aus einem Unternehmen, der mich unter hilfe@berndfritzges.de kontaktiert, erhält von mir Unterstützung in seiner ersten Session und ich übernehme seine Teilnahmegebühr.

Wer mehr über das Micecamp, die Regeln und den Ablauf erfahren möchte, findet alle Informationen unter: www.hsma.de/micecamp16

 

Über den Gastautor:

berni 300

Bernd Fritzges: MICE-Spezialist, Veranstaltungsplaner, Berater und Redakteur. Darüber hinaus ist er Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Deutscher Veranstaltungsorganisatoren.

Wer den Werdegang von Bernd Fritzges kennt, wird feststellen, dass er seine Kompetenzen mehr durch Praxiserfahrungen und weniger auf Basis akademischer Lehren aufgebaut hat. Dies und seine bereits frühe unternehmerische Tätigkeit führten zum Wunsch, eigenverantwortlich für Menschen zu arbeiten, die offen für neue und zukunftsweisende Wege sind, den Mut besitzen eigene Entscheidungen auch einmal in Frage zu stellen und auf der anderen Seite ebenfalls sinnvolle und funktionierende Prozesse integrieren und beibehalten möchten.

Auch sein Engagement für das MICE-Branchenevent „Werte 2.0“ steht für die Mischung aus gut Bewährtem und nachhaltigen, zukunftsweisenden Entwicklungen.

Bei der Sundays & Friends GmbH bringt er verstärkt seine Erfahrungen im gastronomischen Zusammenhang, der Produktentwicklung und in der Vertriebssteuerung ein.

Wer mehr über Bernd Fritzges erfahren möchte folgt diesem Link: www.berndfritzges.de

 

 

 





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