Geschrieben von Burkhard Küpper, Donnerstag, 28. Mai, 2015

Ehrlich zu sich selbst sein: Insolvenz vermeiden

(PREGAS/B.K.) Geht es Hotels und Gaststätten schlecht, können sie mithilfe von Restrukturierungsprofis ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen. Wer zeitig reagiert, hat beste Chancen, sein Unternehmen wieder zurück in die Erfolgsspur zu bringen.

Wenn es bei Unternehmen im Gebälk knirscht, kann das viele Ursachen haben. Die Produkte und Angebote können veraltet sein, es wurden und werden Management-Fehler gemacht, die Strategie stimmt nicht oder falsche Mitarbeiter werden an falschen Stellen eingesetzt oder, oder, oder. Vor allem die Verkettung solcher Umstände kann für Hoteliers und Gastronomen auf Dauer zu echten Schwierigkeiten führen: Die Umsätze brechen ein, Kunden und Partner wenden sich ab, Rechnungen und Kredite können nicht mehr bedient werden, und die Banken zücken die rote Karte. Für viele Betriebe kann dies in der Insolvenz enden – und dann ist das Wehklagen groß, denn häufig steht am Ende eines Insolvenzverfahrens der Verkauf/die Umwandlung oder die Schließung eines Unternehmens, und der angestammte Eigentümer verliert seinen Betrieb in vielen Fällen.

So weit muss es aber nicht kommen. Durch Restrukturierungsmaßnahmen können Unternehmen vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt und dauerhaft weitergeführt werden. Und zwar unter der Kontrolle des Eigentümers. Dafür ist zwingend nötig, dass Unternehmer wirtschaftliche Schwierigkeiten als solche erkennen und für sich den Entschluss treffen, sich professionelle Unterstützung von außen zu holen. Ist ein Unternehmer ehrlich zu sich selbst und ergreift er zeitig genug die richtigen Schritte, kann eine Wende gelingen. Ein erfahrener Restrukturierungsberater – in der Regel ein betriebswirtschaftlich extrem versierter Steuerberater oder ein Wirtschaftsanwalt – wird gemeinsam mit dem Unternehmer alle notwendigen Schritte einleiten, um ein Unternehmen vor dem Gang in die Zahlungsunfähigkeit zu bewahren.

Probleme können beispielsweise daher rühren, dass die internen Prozesse und Abläufe nicht effizient sind. Informationsketten sind zu lang und kosten zu viel Zeit, zwischen Auftragseingang und Auslieferung des Produktes/der Dienstleistung werden unnötige Kosten aufgetürmt, Fremdprodukte sind im Einkauf viel zu teuer, und die Personalkosten liegen jenseits jeder kaufmännisch zu verantwortenden Grenze. Dann muss intern kräftig restrukturiert werden. Kosten müssen auf den Prüfstand gestellt werden, Prozesse vollständig neu organisiert werden. Ziel ist es, das Unternehmen auf jeder Ebene wirtschaftlich wieder effizient zu machen und zwar so, dass die neue kaufmännische Struktur über die Zeit hinweg zu erhalten ist.

Unternehmer müssen sich jedoch im Klaren darüber sein, dass im Rahmen einer solchen Neuordnung traditionelle Strukturen eingerissen werden können und vermutlich auch müssen. Gerade ein riesiger Mitarbeiterstamm und überteuerte Verträge mit Lieferanten können Unternehmen in Schieflage bringen. Dann ist es umso wichtiger, ohne Emotionen Entscheidungen zu treffen und sich betrieblich bedingt von Personal zu trennen und neue Lieferanten zu suchen. Es bringt einfach nichts, an alten Mustern festzuhalten und damit die Existenz des Betriebs aufs Spiel zu setzen. Wer effizient werden will, muss Kosten reduzieren, lautet die recht banale Formel.

Reichen solche Schritte nicht aus, kann eine gesellschaftsrechtliche Restrukturierung eine wichtige Maßnahme sein. Dabei werden Unternehmensteile von der eigentlichen Gesellschaft abgespalten. Das kann zwei Gründe haben. Entweder sind diese Geschäftsbereiche besonders von Verlusten betroffen beziehungsweise strukturschwach, und eine Ausgliederung aus der Kerngesellschaft bringt diese wieder zurück in die Erfolgsspur. Oder aber durch den Verkauf eines Unternehmensteils an einen Wettbewerber oder Investor wird dringend benötigtes Kapital erlöst, um dieses an anderer Stelle zu reinvestieren, Schulden zu bezahlen etc.

Wichtig ist: Mit ein paar kleinen Stellschrauben ist es in wirklich existenziell schwierigen Situationen nicht getan. Der Unternehmer muss sich der Konsequenz einer möglichen Verweigerungshaltung bewusst werden, und die heißt bei beginnenden Zahlungsschwierigkeiten schlichtweg Insolvenz. Das möchte wohl so gut wie jeder Geschäftsführer/Gesellschafter vermeiden, weshalb der Weg zu einem erfahrenen Restrukturierungsberater unabdingbar ist. Er wird die richtigen Maßnahmen ergreifen, mit Banken und Partnern kommunizieren und gemeinsam mit dem Unternehmer dafür sorgen, dass dieser Herr im eigenen Hause bleibt.

Bildquelle: Pixabay

Über den Gastautor:

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Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Steuerberatungsgesellschaft Albers mbH aus Düsseldorf (www.steuerberatung-albers.de). Die Gesellschaft begleitet mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzt besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen.

 





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