Geschrieben von Thomas Hünicke, Dienstag, 24. Februar, 2015

Dividenden – die Zinsen der Börse

(PREGAS/T.H.) Anleger sollten vermehrt auf Aktien schauen, um ihr Vermögen langfristig zu sichern. Substanztitel generieren häufig durchaus beachtliche jährliche Renditen aufs eingesetzte Kapital – in den vergangenen Jahren zwischen drei und Prozent.

Dass die Deutschen in der Masse Aktienverächter sind, ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Seit Jahren schon bewegt sich die Zahl derjenigen, die in Aktien investiert sind – ob direkt oder über Fonds – auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Das Fatale dabei ist, dass viele Menschen mit der Entscheidung gegen die Aktie ihr Vermögen aufs Spiel setzen. Denn der Niedrigzins hat Europa im Griff, mit herkömmlichen festverzinslichen Anlagen ist kaum ein Schnitt zu machen. Er reicht nicht einmal aus, um die Inflation auszugleichen – und die ist schon so niedrig, dass so mancher Ökonom Deflations-Sorgenfalten auf der Stirn stehen hat.

Das heißt konkret: Anleger müssen eine Entscheidung treffen. Wollen sie ihr Geld beispielsweise für einen niedrigen Zins an Staaten verleihen oder es in lächerlich verzinste Rentenpapiere stecken – oder wollen sie es lieber in Unternehmen stecken, die damit Forschung und Entwicklung voranbringen, in neue Märkte expandieren, mehr Personal einstellen…

Für die Geldanleger in Aktien braucht man kein Profiinvestor zu sein, und ein großes Vermögen ist dafür auch nicht nötig. Denn schon kleine, regelmäßige Investments eröffnen die Möglichkeit, an den Ertragspotenzialen der Börse zu partizipieren. Und diese beziehen sich vor allem auf die Dividendenzahlungen der an der Börse notierten Unternehmen. Diese Dividendenzahlungen lagen in den vergangenen Jahren bei den allermeisten Substanzwerten regelmäßig zwischen drei und fünf Prozent. Sie sind sozusagen die Zinsen, die Aktienkäufer auf ihre Beteiligung an einem Unternehmen erhalten.

Wichtig bei einer Dividendenstrategie ist, dass die bei der Aktienauswahl auf echte Substanz geachtet wird. Hohe Dividendenzahlungen im historischen Track Record bringen nichts, wenn das Geschäftsmodell keine Zukunft hat, die Ausschüttungen aus dem Vermögen des Unternehmens finanziert anstatt aus dem Cash Flow und, und, und. Substanzwerte sind vielmehr solche Unternehmen, die über die Jahre hinweg stabile Dividenden aus ihren Überschüssen erwirtschaftet haben, ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell besitzen und breit diversifiziert verschiedene Geschäftsfelder und Regionen erfolgreich abdecken.

Und man muss gar nicht in die Welt schauen, um Titel zu finden, die Dividende und langfristiges Wachstum versprechen – auch in Deutschland gibt es genügend solche Substanzunternehmen. „Die Firma BASF etwa schüttet seit rund zehn Jahren durchschnittlich zwischen drei und vier Prozent Dividendenrendite aus. In Kombination mit langfristigen Kursgewinnen sind jährliche Ausschüttungen ein echter Vermögenssprung fürs Depot.“ Ebenso wichtig: Nestlé. Der Schweizer Lebensmittelkonzern schüttet nicht nur seit rund 20 Jahren stabile Dividenden (um drei Prozent) aus – durch die Notierung in Schweizer Franken schaffen sich Anleger einen sicheren Hafen, falls der Euro einmal abstürzen sollte.

Bildquelle: Pixabay

Über den Gastautor:

thomas2Thomas Hünicke ist geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH aus Düsseldorf und führt die unabhängige Vermögensverwaltung gemeinsam mit Andreas Wahlen. Die Anlageprofis besitzen jahrzehntelange Kapitalmarkterfahrung und sind Experten für die individuelle Verwaltung größerer Kundenportfolios und das Management eigener vermögensverwaltender Fonds.

Weitere Infos: www.wbsh-vv.de





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