Geschrieben von Thorsten Klinkner, Montag, 8. Juni, 2015

Die Stiftung – ungeahnte Optionen

(PREGAS/T.K.) Familienstiftungen sind nur etwas für die „ganz großen“ und vermögenden Familiendynastien? Das ist mitnichten der Fall. Auch Hoteliers und Gastronomen mit einem kleineren oder mittleren Betrieb können von den strategischen Vorzügen profitieren. Sie müssen es nur wollen.

Wenn in der Öffentlichkeit von Stiftungen gesprochen wird, handelt es sich in den allermeisten Fällen um gemeinnützige Stiftungen. Sie verfolgen karitative, soziale oder auch kirchliche Zwecke, sind steuerbegünstigt und schütten ihre Erträge zum größten Teil (bis auf Verwaltungskosten, Gehälter und notwendige und temporäre Rückstellungen) für die von ihnen geförderte Zwecke aus. Das kann die finanzielle Unterstützung einer Initiative sein, die sich an einem bestimmten Ort um Demenzpatienten kümmern; das kann aber auch die Auslobung eines regelmäßigen Förderpreises für herausragende Doktorarbeiten sein, zum Beispiel innerhalb eines Themenspektrums oder an einer bestimmten Universität.

Stiftungen, die direkt mit einem Unternehmen beziehungsweise einer Familie verbunden sind und keinem gemeinnützigen Zweck dienen, sind nicht allzu häufig Thema. Und wenn, werden gleich die ganz großen Namen genannt, sei es die Familie der Aldi-Gründer Albrecht, seien es die Familie Stiehl, Fiege oder auch Fielmann. Und das erweckt den Eindruck, dass solche sogenannten Familienstiftungen nur etwas für sehr vermögende Familien seien – aber keinesfalls etwas für Familien (und Unternehmen), die über ein beispielsweise mittleres Vermögen verfügen.

Doch das ist ein Trugschluss. Denn eine Familienstiftung hängt nicht erster Linie von Reichtum ab, sondern von der Frage: Was will ein Unternehmer wirklich? Geht es um dauerhaften Konsum, um dauerhaft hohe Zu- und Abflüsse ins liquide Vermögen ohne perspektivische Ausrichtung? Oder geht es eher darum, etwas zu schaffen, das die Zeiten überdauert und auch die künftigen Generationen noch strukturiert versorgen kann?

Wer die zweite Frage mit einem deutlichen „Ja“ für sich beantworten kann, besitzt das Potenzial, seine eigene Familienstiftung einzusetzen und darin das Betriebs- oder Privatvermögen oder eben beides einzubringen und dauerhaft über die Stiftung zu steuern – ohne die Angst vor „Steuerbomben“ in einem plötzlichen Erbfall, ohne Sorge vor einer Zersplitterung des Vermögens bei Erbstreitigkeiten, ohne Sorge vor einer Einflussnahme von außen, ohne Sorge vor einem Niedergang des Unternehmens, weil ein Nachfolger fehlt. Denn die Stiftung wird immer für den Bestand des Hotels oder der Gaststätte dienen, da das Betriebsvermögen in der Stiftung verselbstständig wird. Und auch wenn ein Fremd-Management tätig wird, muss es sich danach richten, was der Stifter in seiner Satzung festgelegt hat.

Das heißt: der Hotelunternehmer mit vier Häusern, das Traditionshaus am Platz, oder auch der Wirt mit mehreren Restaurants in einer Stadt – sie alle können von einer Stiftungs-Strategie profitieren und ihre Vermögen und ihr unternehmerisches Lebenswerk in einer Stiftung transgenerational erhalten und steuern. Sie müssen es nur wollen – dann bringt die individuell ausgestaltete Stiftung auch die richtige Lösung.

Bild: Stiftung, © fotodo

Über den Gastautor:

Thorsten KlinknerThorsten Klinkner ist Rechtsanwalt und Steuerberater in Neuss bei Düsseldorf und Gründer der UnternehmerKompositionen GmbH. Er entwickelt für seine Mandanten erfolgreich individuelle, zukunftsorientierte Stiftungs-Strategien und schafft branchenübergreifend langfristige Eigentümerstrukturen für kleine und mittlere Unternehmen. Thorsten Klinkner ist auch als Vortragsredner bundesweit unterwegs.

Weitere Informationen unter: http://www.unternehmerkompositionen.com/





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