Geschrieben von Burkhard Küpper, Donnerstag, 19. März, 2015

Die Bank nicht aus den Augen verlieren

(PREGAS/B.K.) Erst der Gewinn, dann die Steuern: Folgen Steuerberater diesem Ansatz, erhöht das den Nutzen für die Unternehmer. Das geht aber nur, wenn Steuerberater stark betriebswirtschaftlich orientiert sind und nicht aufs Finanzamt schielen.

Hoteliers und Gastronomen sind Anpacker, Macher, die am und für den Gast arbeiten. Deshalb brauchen solche gastgewerblichen Unternehmer auch Berater, die genauso denken und handeln und unmittelbar für den Erfolg ihres Mandanten arbeiten. Das gilt vor allem für Steuerberater. Sie sollten enge Vertraute eines Mandanten sein, alle Zahlen kennen, bei der Unternehmensentwicklung beraten und dessen Interesse nach außen hin, vor allem natürlich gegenüber der Finanzverwaltung, aber auch gegenüber Banken und anderen Finanzierungspartnern, vertreten.

Aus Wirtekreisen ist jedoch immer wieder zu hören, dass so mancher Steuerberater eher als verlängerter Arm des Finanzamtes auftritt. Durch diese fiskalische Orientierung schränkt ein Steuerberater seine zulässigen Gestaltungsmöglichkeiten ein. Hoteliers und Gastronomen sollten sich deshalb nicht blind auf ihren Steuerberater verlassen und ihm alles ‚abkaufen’, was er ihnen präsentiert. Das geht nur, wenn der Berater eine starke Branchenorientierung besitzt und nachgewiesen hat, dass er gezielt die richtigen Maßnahmen ergreifen kann – auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive.

Dazu gehört beispielsweise die Bilanz. Diese sollte genau hinterfragt werden. Unternehmer müssen sich im Klaren darüber sein, welche Konsequenzen diese Bilanz haben kann, etwa bei Kreditverhandlungen. Diese können aufgrund eines bilanziellen Fehlers scheitern, und das kann dazu führen, dass Unternehmen in Schieflage geraten. Betriebswirtschaftlich erfahrene Steuerberater wissen das und beraten ihre Mandanten dementsprechend. Solche Experten legen jeder steuerlichen Beratung einen betriebswirtschaftlichen Ansatz zugrunde, um Firmenkunden aus einer unternehmerischen Perspektive heraus zu betreuen. Aus diesem Grund sind sie vielfach Ansprechpartner nicht nur für die Steueroptimierung, sondern für die Ausrichtung eines Unternehmens generell und treten auch als Sanierungs- und Restrukturierungsexperten in Erscheinung. Diese Auffassung folgt dem Ansatz: erst der Gewinn, dann die Steuern. Diese Steuerberater unterstützen ihre Mandanten dabei, ihre Unternehmen dauerhaft in die Gewinnzone zu führen.

Ein strategisch-betriebswirtschaftlicher Fokus ist insbesondere in der heutigen Zeit für Unternehmen ein echter Mehrwert. Unter anderem ist 2014 die Basel III-Richtlinie in Kraft getreten. Konkret bedeutet das, dass Banken ihre Kreditgeschäfte mit mehr Eigenkapital unterlegen und Reserven für Krisenzeiten aufbauen müssen. Das wiederum wirkt sich auf die Finanzierung von Unternehmen aus, denn es fällt diesen durch die verschärften Regeln zum Teil schwerer Kredite bei den Finanzinstituten zu erhalten. Je risikoreicher ein Kredit für die Bank ist, desto teuer wird er für das Unternehmen, das sich finanzieren will. Im Zweifel lehnt die Bank sogar ganz ab und ein Unternehmer steht ohne Geld da, was existenzbedrohend sein kann. Um sich ein Bild über ein Unternehmen zu machen, schauen die Banken natürlich auch in den Jahresabschluss. Deshalb muss dieser Jahresabschluss so gestaltet sein, dass er kein negatives Licht auf ein Unternehmen wirft und eine Kreditvergabe verteuern oder sogar verhindern könnte.

Es ist also nicht ratsam, wenn sich Hoteliers und Gastronomen von ihren Steuerberatern bei der Steuerbilanzierung nur hinsichtlich der Steueroptimierung beraten lassen. Es nützt einfach nichts, vielleicht zwar etwas weniger Steuern zu zahlen, aber dafür gleichzeitig an der notwendigen Unternehmensfinanzierung zu scheitern. Das Finanzamt ist keineswegs der größte Feind der Unternehmer. Viel entscheidender ist, dass die Bank ein Partner ist, auf den sich die Unternehmer dauerhaft verlassen können.

Bild: Fotolia, © MK-Photo

Über den Gastautor:

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Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Steuerberatungsgesellschaft Albers mbH aus Düsseldorf (www.steuerberatung-albers.de). Die Gesellschaft begleitet mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzt besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen.

 





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