Geschrieben von Burkhard Küpper, Montag, 13. April, 2015

Der Steuerberater als echter Partner des Unternehmers

(PREGAS/B.K.) Immer wieder ist zu hören, dass Steuerberater sich eher als verlängerter Arm des Finanzamtes verstehen, nicht unbedingt als verantwortungsvoller Vertreter der wirtschaftlichen Interessen ihres Mandanten. Unternehmer sollten deshalb Entscheidungen hinterfragen und sich die Konsequenzen aufzeigen lassen.

Der Steuerberater ist für viele Unternehmer ein enger Vertrauter – das gilt auch im Gastgewerbe. Hoteliers und Gastronomen diskutieren wichtige Fragestellungen mit ihrem Steuerberater, planen mit ihm gemeinsam die Zukunft und verlassen sich auf dessen Rat, um Steuern zu sparen und wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Doch längst nicht alle Steuerberater sind so auf den Unternehmer, also ihren Mandanten konzentriert. Immer wieder ist von Beratern zu hören, die beinahe ausschließlich fiskalisch orientiert sind und sich als verlängerter Arm des Finanzamtes verstehen. Sie gestalten nicht für den Hotelier oder Gastronomen, sie verwalten nur, um jeder Konfrontation mit den Steuerbehörden aus dem Weg zu gehen. Für Unternehmer ist ein solches Vorgehen natürlich kaum von Vorteil. Die rechtlich zulässigen Möglichkeiten werden nicht ausgeschöpft, der Betrieb ächzt vielleicht unter einer (zu) hohen Steuerlast, weil der Steuerberater den Weg des geringsten Widerstandes gewählt hat, getreu dem Motto: „Ach, da können wir ohnehin nichts machen.“

Unternehmer brauchen jedoch einen Steuerberater, der wirklich auf ihrer Seite steht und die Interessen des Mandanten vertritt. Und zwar mit aller Kraft und unter Ausnutzung sämtlicher zur Verfügung stehender (legaler) Instrumente. Denn nur ein solches Vorgehen ist im Sinne des Unternehmers und des Unternehmens, alles andere kann den geschäftlichen Erfolg nachhaltig gefährden. Hoteliers und Gastronomen dürfen sich deshalb nicht blind auf ihren Steuerberater verlassen und ihm alles ‚abkaufen’, was er ihnen präsentiert. Sie müssen die Entscheidungen hinterfragen und mit diesem diskutieren, sie müssen sich die Konsequenzen einer jeden Entscheidung aufzeigen lassen und verschiedene Zukunftsszenarien durchspielen – nur wer weiß, was passieren könnte, besitzt die nötigen Informationen, um eine echte Entscheidung zum Wohle seines Unternehmens zu treffen.

Das ist zum Beispiel bei der Finanz- und Ertragsplanung der Fall. Als Experte für Buchhaltung, Bilanzierung und Rechnungswesen müssen Steuerberater die Mandanten bei der Finanz- und Ertragsplanung unterstützen, um die Unternehmen dauerhaft in der Gewinnzone zu halten. Solche Tätigkeiten sind einfach Pflicht für den verantwortungsvollen und unternehmerisch denkenden Steuerberater. Er erstellt für seine Mandanten im Rahmen der Finanz- und Ertragsplanung unter anderem einen monatlichen Soll-Ist-Vergleich, um die Prognosen mit den tatsächlichen Erträgen abzugleichen. So wissen Berater und Mandant immer, wo er steht, was sich wie entwickelt hat und ob er seine Planungen für das Jahr auf Liquiditäts- und Kapitalbedarfsseite erfüllen kann oder ob eben Anpassungen und Neuausrichtungen notwendig sind.

Der monatliche Soll-Ist-Vergleich geht einher mit einer darauf abgestimmten Buchführung. So ist es wichtig, dass Buchungen regelmäßig vorgenommen werden, also in einem monatlichen Rhythmus. Das verhindert Ausschläge nach oben und unten und Probleme in der Bilanz, denn auf diese Weise sind Erträge und Kosten gleichmäßig übers Jahr verteilt. Ebenfalls sind Abschreibungen, Bestandsveränderungen oder Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld von hoher Bedeutung für die Finanz- und Ertragsplanung. Auch diese Punkte müssen dringend in die monatlichen Betrachtungen einfließen, damit alles stimmig ist. Sonst ist das Wehklagen irgendwann groß, und wenn das Kind einmal in den Brunnen gefallen ist, wird eine Umkehr sehr schwierig.

Bild: Die Steuererklärung © beermedia.de – Fotolia

Über den Gastautor:

Burkhard Küpper_mittelBurkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Steuerberatungsgesellschaft Albers mbH aus Düsseldorf (www.steuerberatung-albers.de). Die Gesellschaft begleitet mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzt besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen.

 





Beiträge von Gastautoren


Cava für alle!

Artikel lesen

Wachstum kontrollieren: Die Organisation muss stimmen

Artikel lesen

Die Nachfolgeplanung nicht auf die lange Bank schieben

Artikel lesen