Geschrieben von Heidi Müller, Dienstag, 20. Oktober, 2015

Der Kuhhimmel auf Erden

(PREGAS/Heidi Müller) Gibt es etwas Schöneres, als sich wie im Kuhhimmel zu fühlen? Der Kuhhimmel, das ist ein waldumsäumtes Bergwiesenstück, leicht der Sonne zugeneigt, ein Teil des Dorfgebietes Meerau. Die hier einst grasenden Kühe müssen sich dem Himmel so nah gefühlt haben. So beschützt, so beschienen. Der damalige Kuhhimmel gehört heute zu dem Klimapfad, ein 2,5 km langer Rundweg durch unterschiedliche Klimazonen. 2,5 Kilometer Rückzug und Entschleunigung.

Es war eines der ehrgeizigen Bestrebungen von Klaus Hauber, einen hoteleigenen Naturlehrpfad in Eigenregie zu erstellen, ganz in der Nähe von Haubers Alpenresort. Und wenn sich Klaus Hauber etwas in den Kopf gesetzt hat, denn wird der Gedanke auch zu Realität. Am besten zack zack, denn Langsamkeit und Geduld sind nicht gerade die Stärken des Hoteleigentümers.

Auch wenn ihn Mutter Natur die Demut vor dem Gesetz des Entstehens und Vergehens gelehrt hat. Klaus Hauber ist in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Schon als kleines Kind hat er gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Kälber füttern, Stall ausmisten, Tenne aufräumen.

Anfang der 70er Jahre eröffnen seine Eltern auf der grünen Wiese, nur 20 Meter vom eigentlichen Bauernhof entfernt, ein Gästehaus. Aus den acht Zimmern ist über die Jahre ein Resort geworden, eine Vier-Sterne-Superior Dreifaltigkeit der Gastlichkeit, soeben unter die 20 besten Wellnesshotels Deutschlands gewählt. Haubers Landhaus, Haubers Gutshof und ganz neu, das Haus am See, ein Luxus-Spa mit einem 2500 m² großen Natursee. Auch den hat Klaus Hauber in Eigenregie gebaut. Ein Mammutprojekt. Der See hat dem Perfektionisten einiges abverlangt. Und seine Zähigkeit herausgefordert. Alles zu Ende bringen, danach lebt der Gutshofbesitzer. Komme, was wolle.

Und er erzählt von seiner denkwürdigen Hochzeit. “Am 5. April 1981 haben meine Frau und ich standesamtlich geheiratet, am 6. April kirchlich. Am 4. April ist unser Hof abgebrannt.“ Jeder andere wäre verzweifelt. Klaus Hauber hält es da mit dem Ökonom Josef Schumpeter und seinem Konzept von der schöpferischen Zerstörung. „Es bedarf manchmal einer kompletten Zerstörung, bevor etwas Neues entstehen kann“, fasst der überzeugte Bergbauer und Landwirt zusammen.

Neben seinem Resort gilt seine Leidenschaft dem Heu. Das Heu wächst auf der hauseigenen Alpe in ungedüngten Südhängen, die zur Hotel-Anlage gehören. Es wird für Anwendungen im Hotel genutzt, für das im Allgäu typisches Heu-Bad oder die Heusuppe aus der hoteleigenen Küche.

„Heu hat eine sehr positive Energie“, sagt Klaus Hauber. „Wenn wir uns als Kind in der Scheune ins warme Heu gelegt haben, das so wunderbar geduftet hat und von oben tröpfelte uns der Regen aufs Dach. Das war so ein Moment des Glücks.“ Ein Gefühl, an dem Klaus Hauber seine Hotelgäste teilhaben lassen möchte.

Doch Glück gibt es nicht, ohne etwas dafür zu tun. Verwöhnen heißt verderben, ist sich Klaus Hauber sicher. Es bedarf schon der bewussten Anerkennung und Wertschätzung für die Dinge des Lebens, die nun mal nicht selbstverständlich sind. Und so liegt es eigentlich auf der Hand, dass in Haubers Alpenresort auch die Schrothkur angeboten wird. Die Philosophie von Schroth Junior kommt der Hauberschen Haltung doch sehr nahe: „Ohne Kampf kein Sieg! Ohne Entbehrung kein Genuss! Ohne Reinigung keine Heilung!“ Oft ist es der Weg über raue Pfade, die zu den Sternen führen. Nicht nur auf den Höhen des Klimapfades, in einer Hängematte liegend, sind sie zu entdecken: die goldenen Sterne.

Oberstaufen im Allgäu ist das einzig staatlich anerkannte Schrothkur-Heilbad Deutschlands. Der schlesische „Naturdoktor“ Johann Schroth hat dieses anerkannte Naturheilverfahren vor fast 200 Jahren entwickelt. Der Kern der Kur besteht darin, dass Säuren und Schadstoffe, die sich im Laufe der Jahre in unserem Körper angesammelt haben, durch Haut, Niere, Darm und Lunge wieder ausgeschieden werden sollen.

Weitere Informationen:  www.schrothkur.de und www.haubers.de

Über die Gastautorin:

Heidi_Müller

Heidi Müller, freie Journalistin aus Berlin, ist Chefredakteurin der Berliner Zeitung Boulevard, schreibt Artikel für DIE WELT und Newsletter für Berliner Unternehmen.

Sie hat einen Lifestyle-Blog auf dem Nachrichtenportal www.ad-hoc-news.de.
Ihre Themen: All die schönen Dinge, die das Leben liebenswert machen.

Die Diplom-Journalistin arbeitete u. a. für den Tagesspiegel, die WELT AM SONNTAG, die Thomas Gottschalk Late Night Show und produziert Magazine.

Weitere Informationen unter: http://blog.ad-hoc-news.de/lebenswerte und www.hm-berlin.de





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