Geschrieben von Michael Jendges, Montag, 15. Juni, 2015

Den Lebensabend bequem gestalten

(PREGAS/M.J.) Wer früher mit der Altersvorsorge beginnt, hat im Alter mehr davon. Ein 35-jähriger Hotelier oder Gastronom, der bis zum Renteneintritt mit 67 monatlich 350 Euro in eine fondsgebundene Anlage einzahlt, spart bei einer Wertentwicklung von durchschnittlich sechs Prozent rund 285.000 Euro an.

Unternehmer, vielleicht besonders in Hotellerie und Gastronomie, denken ans Hier und Jetzt. Sie haben die aktuellen Reservierungen im Kopf, wissen, wann welche Veranstaltung ansteht und wie die Belegungszahlen für die nächste Saison aussehen. Aber an die Rente denken? Jetzt schon? Auf gar keinen Fall, das sind doch noch 25 Jahre, und ich will doch ohnehin bis mindestens 75 jeden Tag noch an der Rezeption stehen! Und meine Altersversorgung ist der Betrieb, dafür brauche ich doch keine Geldanlage.

Das sind Aussagen, die in der Beratung beinahe täglich zu hören sind. Aber das Risiko ist groß, dass diese Haltung am Ende zu einem bösen Erwachen führen – doch wenn das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen ist, ist das Wehklagen groß. Und das passiert in dem Moment, in dem das Ruhestandseinkommen wesentlich kleiner ausfällt als erwartet und eine enorme Lücke zwischen dem Einkommen als Unternehmer und dem Einkommen als Pensionär klafft. Regelmäßige Urlaube, Unterstützung der Kinder und Enkelkinder, ein neues Auto? Alles nicht, sondern Frust über die mageren monatlichen Zahlungen und vielleicht auch die vergebenen Chancen, während des Arbeitslebens professionell vorgesorgt zu haben.

Dabei gibt es zahlreiche Wege, sich über die Jahre und Jahrzehnte hinweg ein Vermögen für den Lebensabend aufzubauen. Dazu gehören beispielsweise Fonds-Lösungen, die von Banken und Versicherungen angeboten werden. Mit ihnen erhalten Unternehmer eine transparente und erfolgversprechende Möglichkeit, ihren Ruhestand finanziell abzusichern. Der Vorteil: Es braucht dafür keine große Einmalsumme, sondern diese fondsgebundenen Anlagen eignen sich hervorragend dazu, als monatlicher Sparplan eingerichtet zu werden. Mit regelmäßigen, kleineren Beiträgen können über die Zeit durchaus beträchtliche Gewinne eingefahren werden. Denn diese kommen nicht nur die grundsätzliche jährliche Fonds-Entwicklung zustande, sondern auch über den Zinseszinseffekt. Mit jedem Jahr wächst das Vermögen durch Einzahlungen und Ausschüttungen, also steigt auch die zu verzinsende Summe.

Dabei sollte ein gesundes Verhältnis von Sicherheit und Rentabilität im Vordergrund stehen. Dies kann zum Beispiel durch eine Auszahlungsgarantie gewährleistet werden. Diese kostet zwar einen kleinen Teil der Rendite, sichert aber stabile Ausschüttungen im Ruhestand. Auch dann, wenn sich die Kurse eine Zeit lang vielleicht so entwickelt haben wie angenommen. Zudem gilt: Fondswechsel und Erträge in der Ansparphase sind abgeltungssteuerfrei. Im Rentenbezug profitieren Sparer von der günstigen Besteuerung einer privaten Rentenversicherung.

Eine Beispielrechnung: Wenn ein heute 40-jähriger Hotelier oder Gastronom bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren monatlich 300 Euro in eine fondsgebundene Altersvorsorge einzahlt, erhält er im Ruhestand – bei einer angenommenen Wertentwicklung von durchschnittlich sechs Prozent jährlich (was kein Hexenwerk ist) – monatlich mehr als 670 Euro von der Gesellschaft oder eine Einmalzahlung von rund 166.000 Euro. Diese Summe erhöht sich natürlich, je früher man beginnt und je mehr man einzahlt. Wer ab dem 35. Lebensjahr monatlich 350 Euro investiert, bekommt nach den eben genannten Parametern entweder rund 1140 Euro im Monat oder einmalig 285.000 Euro. Mit diesem Zusatzeinkommen lässt sich der Lebensabend bequem gestalten.

Bildrechte: Marco2811, Fotolia

Über den Gastautor:

Michael_JendgesMichael Jendges ist Leiter der Provinzial Rheinland-Geschäftsstelle in Mönchengladbach-Rheindalen und berät in der Region und darüber hinaus Unternehmer bei allen Versicherungsfragen, sowohl gewerblich als auch privat. Hotellerie und Gastronomie sind eine seiner Kernbranchen, in der er langjährige Beratungserfahrung besitzt.

Weitere Informationen: http://www.provinzial.com/michael.jendges





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