Geschrieben von Alon Dorn, Dienstag, 20. Dezember, 2016

Das Gefühl von Heimat erleben

(PREGAS) Das Boutique-Hotel lässt grüßen, denn wie kaum ein Hotelkonzept steht dieses dafür, Gäste persönlich und individuell zu empfangen und ihnen ein Zuhause auf Zeit zu bieten. Das ist auch weniger schwierig, als es sich anhört. Man muss es nur wollen.

In der Hotellerie setzt sich ein Trend mehr und mehr durch: Die Menschen schauen weniger auf den Preis als auf einen persönlichen Umgang und einen hohen Grad an Individualität. Schon seit einigen Jahren wird das Konzept vom Hotel als „Zuhause auf Zeit“ diskutiert, die Wünsche der Kunde gehen weit über die Grundbedürfnisse von Bett und Bad (und vielleicht dem Frühstück) hinaus. Ob eine Geschäftsreise, ein Shopping-Trip übers Wochenende oder, oder, oder: Jeder Gast will freundlich empfangen werden und sich gut fühlen. Für ihn soll das Hotel nicht mehr nach Hotel aussehen – er will als Mensch von Menschen angesprochen werden und wirklich ankommen. Auch wenn es nur für eine Nacht ist.

Nehmen wir das Beispiel eines Geschäftsmannes, der viel unterwegs ist. Wird er ein völlig vergleichbares Haus wählen, in dem er beim Frühstück mit dem fatalen Satz „Die Zimmernummer, bitte“ empfangen wird und wo die Zimmer keinerlei Individualität verkörpern, er also die ganze Zeit weiß: „Ich bin in einem Hotel“? Oder wird er sich für ein persönlich geführtes Haus entscheiden, in dem er mit „Guten Morgen, Sie haben hoffentlich gut geschlafen“ begrüßt, diskret nach der Zimmernummer gefragt wird und auf dem Zimmer meint, er könnte auch in seinem Wohnzimmer sein, weil es wohnlich ist und weit über die Grundbedürfnisse hinausgeht? Natürlich, diese Grundbedingungen in Form eines bequemen Bettes, eines sauberen Bades und schnellem und kostenfreiem WLAN müssen sein, sonst taugt die ganze Individualität nichts. Aber der Reisende wird sich, wenn er selbst entscheiden kann, in der Regel darauf setzen, persönlich „abgeholt“ zu werden. Das macht ihm den Aufenthalt – der oftmals ja bei Business-Gästen nicht nur freiwillig ist – gleich um einiges angenehmer. Und er wird es schätzen, wenn er im Hotel tatsächlich abschalten kann – eben weil er das Gefühl von Heimat dort erlebt.

Doch wie gelingt das? Ganz einfach: indem sich der Hotelier darauf fokussiert. Gerade individuell geführte Häuser habe jede Möglichkeit, sich derart als „Zuhause auf Zeit“ zu positionieren, indem sie den Gast da abholen, wo er wirklich steht: nicht bei der Rate, sondern bei seinen ganz persönlichen, menschlichen Empfindungen. Das ist auch keine Frage der Größe: Wer wirklich auf Individualität setzt, kann dieses Konzept auch bei 50, 80, 100 oder mehr Zimmern verankern. Freilich, gerade kleinere und mittlere Häuser bieten allein aufgrund der überschaubaren Größe oftmals eine ganz andere Atmosphäre, die wesentlich heimeliger ist, als das ein sehr großes Haus sein kann. Aber es kommt nicht nur auf die Größe an! Eine wohnliche Lobby, die als Arbeitsplatz und Treffpunkt dient und zum Verweilen einlädt durch gemütliche Sitzmöglichkeiten, eine einladende Bar und Lounge-Charakter (und die gerade nicht nur Durchgangshalle ist wie an einem Bahnhof) kann jeder Hotelier schaffen – genauso wie eine ansprechende Zimmereinrichtung, die alles ist, aber nicht uniform.

Was spricht beispielsweise dagegen, den Zimmern jeweils einen außergewöhnlichen Touch zu geben? Etwa durch spezielle Wandfarben, bestimmte Accessoires oder Lesestoff, der zum Konzept des Hotels passt, seien es Architektur-, Genuss- oder sonstige Titel, die zeigen: Wir möchten Ihnen eine gute Zeit schenken, und Sie sollen an unser Hotel zurückdenken. Dass das nicht mit den Flyern des Kinos nebenan funktioniert, erklärt sich von selbst.

Das Boutique-Hotel lässt grüßen, denn wie kaum ein Hotelkonzept steht dieses für genau diese Ansätze und Ansprüche. Das ist auch weniger schwierig, als es sich anhört. Man muss es nur wollen. Kein Wunder also, dass Boutique-Hotels, auch wenn sie nur selten im Top-Segment eingeordnet werden können, immer mehr Zulauf erfahren – und an so manchen Hotspots eine ernsthafte Alternative zu den alteingesessenen Häusern.

Bild: © Kalim/Fotolia

 

Über den Gastautor:

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Alon Dorn führt gemeinsam mit seiner Frau Berit das Drei-Sterne-Boutique-Hotel Berial (www.hotelberial.de und www.boutique-hotel-duesseldorf.de) in Düsseldorf direkt am Hofgarten. Die Inhaber haben einen Teil der Zimmer kurz vor Weihnachten renoviert. Die 40 Einzel- und Doppelzimmer sind mit sehr modernen Stücken vom Designerlabel Cocoon eingerichtet – und kostenloses WLAN ist natürlich im ganzen Hotel und auf allen Zimmern verfügbar. Dass die Gastfreundschaft im Hotel Berial sehr stark ausgeprägt ist, zeigen die Preise von Buchungs- und Bewertungsportalen, die Alon und Berit Dorn regelmäßig für zahlreiche sehr gute Ratings erhalten.

 





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