Geschrieben von Michael Jendges, Dienstag, 1. Dezember, 2015

Cyber-Attacken können jeden treffen

(PREGAS/Michael Jendges) Wer glaubt, seine Daten seien für Kriminelle nicht interessant, unterschätzt die Situation auf fatale Weise: Auch Hoteliers und Gastronomen können schwere Schäden durch Hacker-Angriffe entstehen. Datendiebstahl lässt grüßen – und der wird Gästen keine Freude machen.

Cyber-Attacken, Datenklau, Wirtschaftsspionage: Diese Begriffe klingen wie aus einem Science-Fiction-Krimi oder der internationalen Hochfinanz. Dem ist aber leider nicht so. Denn solche negativen Ereignisse können heutzutage jedes Unternehmen treffen, auch in Hotellerie und Gastronomie. Und ist der Schadenfall einmal eingetreten, ist das Wehklagen groß. Schließlich geht es zumeist um hochsensible Daten, empfindliche Systeme und diskrete Informationen.

Hoteliers stellen sich folgende Situation vor. Mit dem zentralen Computer im Büro verwalten sie die Zimmerkontingente, die Online-Buchungsmaschinen, alle Gästedaten sind dort ebenso gespeichert wie Abrechnungen, Bestellungen und Mitarbeiterinformationen. Ein Hackerangriff – passiere er aus reiner destruktiver Freude oder ganz gezielt, um dem Unternehmen aus spezifischen Gründen zu schaden – nun legt das Computer-System mit Hilfe eines Virus’ lahm, aber nicht ohne dass sich der Angreifer zuvor an allen Daten bedient hat. Das hat zur Folge, dass das Hotel nicht mehr handlungsfähig ist: Online-Buchungen können nicht administriert werden, Check-In und Check-Out ist nicht mehr ohne Weiteres möglich, die Rechnungsstellung auch nicht, Zimmerverwaltung funktioniert nur noch rudimentär auf einem Blatt Papier – und der gesamte interne Datenbestand befindet sich nun in der Hand des Hackers. Er kennt dann im schlimmsten Falle die Gehaltsabrechnungen und Lieferantenquittungen, den Mini-Bar- und Pay-TV-Konsum jedes einzelnen Gastes, die Techniken im Preis-Management, Passwörter für Social Media und Online-Banking und, und, und. Kurzum: Alle Daten, die dem Unternehmer wichtig und die nicht für andere Augen bestimmt sind, sind in den Besitz eines Fremden gelangt.

Mit unklarem Ausgang: Was tut der Angreifer mit seinen neuen Erkenntnissen? Veröffentlicht er das nicht jugendfreie TV-Verhalten des Geschäftsreisenden im Internet? Findet er heraus, welche Manager welcher Unternehmer zu welcher Zeit im gleichen Hotel waren? Manipuliert er Raten und Kontingente auf Buchungsmaschinen? Löscht er die gesamte Rechner-Konfiguration und befördert das Hotel damit zurück ins analoge Zeitalter? Man weiß es nicht, fest steht nur, dass ein professioneller Hacker-Angriff einen GAU darstellen kann.

Von den daraus folgenden Konsequenzen zu schweigen. Denn ein solcher Angriff wird sich herumsprechen, das Vertrauen in das Hotel wird sinken, die Buchungszahlen damit zurückgehen. Vielleicht muss das Haus auch für eine Weile schließen, um alle Systeme wieder in Gang zu bringen und neue Hard- und Software anschaffen. Der finanzielle und reputative Schaden wird in jedem Falle erheblich sein.

Neben wirksamen technischen Sicherheitsmechanismen sollten gastgewerbliche Unternehmen deshalb auch mit ihrem Versicherungsberater über das passende Produkt sprechen: die Cyber-Versicherung. Sie ist eine Zusatzversicherung für Unternehmen, die Schäden im Zusammenhang mit Hacker-Angriffen oder eben sonstigen Akten von Cyber-Kriminalität absichert.

Die Cyber-Versicherung springt ein, wenn beispielsweise die Vermögensschadenshaftpflicht nicht mehr greift – diese kommt regelmäßig nicht für Cyber-Schäden auf. Entstehen einem Kunden durch Datenklau aus dem Netzwerk eines Unternehmens finanzielle Schäden, kann das fürs Betriebsvermögen im Falle einer Schadensersatzklage böse ausgehen. Die Cyber-Versicherung deckt dies dann ab. Die Cyber-Versicherung kommt zudem nicht nur für die unmittelbaren Schäden auf, sondern unterstützt den Unternehmer auch bei der vollständigen Wiederherstellung der Geschäftstätigkeit. Dazu gehören möglicherweise juristische Aktivitäten, aber auch das professionelle Krisenmanagement mit den notwendigen Kommunikationsmaßnahmen.

Bildrechte: morganimation/Fotolia

Über den Gastautor:

jendges 300

Michael Jendges ist Leiter der Provinzial Rheinland-Geschäftsstelle in Mönchengladbach-Rheindalen und berät in der Region und darüber hinaus Unternehmer bei allen Versicherungsfragen, sowohl gewerblich als auch privat. Hotellerie und Gastronomie sind eine seiner Kernbranchen, in der er langjährige Beratungserfahrung besitzt.

Weitere Informationen: http://www.provinzial.com/michael.jendges





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