Geschrieben von Michael Jendges, Freitag, 23. Oktober, 2015

Bei der Geldanlage auf die Gebühren achten

(PREGAS/Michael Jendges) Niedrige Zinsen und hohe Kosten führen dazu, dass so manche Geldanlage eher Vermögen aufzehrt als es zu mehren. Darauf sollten auch Hoteliers und Gastronomen ein Auge haben und von ihren Beratern Fairness und Transparenz bei den Kosten einfordern.

Die weltweite Banken- und Finanzkrise hat zu einem tiefen Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber Finanzdienstleistern aller Art geführt. Neben der Produktqualität wird seitdem immer wieder auch die Gebührenordnung in Zweifel gezogen. Denn viele Geldanlagen nutzten beziehungsweise nutzen den Gesellschaften und Beratern mehr als den Sparern, indem zum Teil horrend hohe Abschluss- und Bestandsprovisionen fällig wurden/werden – in Kombination mit den historisch niedrigen Zinsen mit der Konsequenz, dass vor allem kurz- und mittellang laufende Anlagen negativ, also mit einem Verlust ausgegangen sind. Aber auch langlaufende Anlagen für die Altersvorsorge ächzen unter niedrigen Zinsen und hohen Gebühren; sie büßen über viele Jahre ihre wirtschaftliche Schlagkraft ein.

Davon kann sicher auch so mancher Hotelier und Gastronom ein trauriges Liedchen singen. Gerade bei ohnehin knappen Erträgen tut jeder Verlust im Privatvermögen aufgrund unsicherer und/oder intransparenter Produkte besonders weh. Deshalb sollten Sparer unbedingt darauf achten, dass die Gebühren von Fonds etc. niedrig sind, die Instrumente aber gleichzeitig natürlich trotzdem von hoher Qualität sind und nicht nur auf Null-Zins-Niveau vor sich hindümpeln. Denn es hilft nichts, ein vermeintlich preisgünstiges Fonds-Schnäppchen ergattert zu haben, wenn die Anlagepolitik des Fonds-Managements darin besteht, die Kundengelder beispielsweise in deutschen Staatsanleihen und Cash-Anlagen zu parken. Dann sind selbst minimale Gebühren zu viel, da am Ende – nach Inflation und Steuern – trotzdem weiterhin im besten Falle die Null stehen wird; im schlechteren Falle steht sogar ein Minus vor der Abschlussrendite.

Sparer sollten deshalb mit ihren Beratern genau über alle in Betracht kommenden Produkte sprechen und sich alle Gebühren aufzeigen lassen. Denn häufig zahlen Anleger nicht nur für den Abschluss eines Geschäftes eine größere, prozentual an der Anlagesumme bemessene Gebühr sowie jedes Jahr für das laufende Management, sondern auch verdeckte Ausschüttungen, sogenannte Kick-backs. Diese fließen von der Anlagegesellschaft an den Vermittler, natürlich aus dem Vermögen des Anlegers.

Freilich sind nicht alle Gesellschaften auf diese Weise hinter dem Geld des Kunden her. Es gibt genügend seriöse Häuser, die offen und transparent mit ihren Vergütungen umgehen und diese sogar sich verändernden Situationen anpassen. Will heißen: In einer Zeit, in der ein risikoloser Zins de facto nicht mehr möglich ist, reduzieren solche Gesellschaften die Gebühren für die Anleger, um weiterhin im Rahmen des Möglichen Gewinne für ihre Kunden erwirtschaften zu können. Solche Häuser wissen, dass ein langfristiges Geschäft nur möglich ist, wenn beide Seiten Spaß an einer Zusammenarbeit und nicht eine Partei alleine profitiert.

Somit unterscheiden sich gute Finanzinstitute gar nicht sonderlich von guten Hoteliers und Gastronomen. Auch diese richten sich häufig nach der individuellen Situation ihrer Gäste und wirtschaften nicht einseitig. Auch sie machen gute und faire Angebote, wenn es die Situation erfordert. Und was tun die Gäste? Sie danken es ihren Gastgebern durch lange Treue und Weiterempfehlungen. So ist es auch in der Finanzindustrie.

Bildrechte: abcmedia/Fotolia

Über den Gastautor:

Michael_JendgesMichael Jendges ist Leiter der Provinzial Rheinland-Geschäftsstelle in Mönchengladbach-Rheindahlen und berät in der Region und darüber hinaus Unternehmer bei allen Versicherungsfragen, sowohl gewerblich als auch privat. Das Gastgewerbe ist eine seiner Kernbranchen, in der er langjährige Beratungserfahrung besitzt.

Weitere Informationen: www.provinzial.com/michael.jendges





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