Geschrieben von Thomas Sablotny, Mittwoch, 21. Juni, 2017

Ausfallzeiten reduzieren – durch eine partnerschaftliche Unternehmenskultur

(PREGAS/Thomas Sablotny) Gastronomen und Hoteliers sind gefordert, ihren Mitarbeitern Rahmenbedingungen zu bieten, in denen negativer Stress keine Chance hat. Individuelle Coaching-Programme können dabei helfen, müssen aber auch von den Führungskräften angenommen werden.

Laut der Bertelsmann-Stiftung wächst der Stress am Arbeitsplatz immer mehr und gefährdet die Gesundheit der Mitarbeiter. Demnach legt ein Viertel der befragten Vollzeit-Beschäftigten ein zu hohes Arbeitstempo vor. Langfristig, so die Interviewten, sei das nicht durchzuhalten. 18 Prozent stoßen oft an ihre Leistungsgrenzen, 23 Prozent machen keine Pausen, jeder Achte komme sogar krank zur Arbeit. Und das wiederum führt zu massiven Ausfallzeiten: Von rund 15 Fehltagen pro Kopf und Jahr entfallen heute bereits 2,5 Tage auf psychische Beschwerden wie Depressionen, Angst- und Belastungsstörungen, hat eine andere Studie festgestellt, 54 Millionen Fehltage aufgrund psychischer Störungen wurden schon 2013 bundesweit verzeichnet. „In Unternehmen klagen Arbeitnehmer häufig über hohen Leistungsdruck und mangelnde Fehlerkultur. Sie vermissen oft eine wichtige Voraussetzung für ihre Arbeit: Anerkennung und Lob!“, heißt es übrigens in der Studie der Bertelsmann-Stiftung weiter.

Diese Erkenntnisse sollten Unternehmern zu denken geben, insbesondere in Hotellerie und Gastronomie. Das Gastgewerbe ist ohnehin stressig und weit entfernt von 35 Stunden-Wochen mit einem kurzen Freitag, wie es in der Industrie oft noch üblich ist. Gerade deshalb sind Unternehmen und Führungskräfte gefordert, ihren Mitarbeitern solche Rahmenbedingungen zu bieten, in denen negativer Stress keine Chance hat und die geschilderten Risiken soweit wie möglich begrenzt werden. Das hat nicht nur etwas mit sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung zu tun, sondern ist auch kaufmännisch getrieben: Die jährlichen Einbußen, die Unternehmen jährlich durch psychische Krankheiten verzeichnen, beliefen sich Berechnungen der Bundesregierung zufolge schon 2013 auf 26 Milliarden Euro.

Aber was genau können Hoteliers und Gastronomen nun tun, um die Situation langfristig zu verbessern? Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands und des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung Gütersloh, formuliert dies im Vorwort der Studie ihrer Stiftung: „Unternehmen haben eine soziale Verantwortung, Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion für ihre Mitarbeiter; Mitarbeiter haben Rechte, aber auch Pflichten. Sensible Unternehmer und Führungskräfte legen daher ein Augenmerk auf die Gestaltung einer partnerschaftlichen Unternehmenskultur. Eine Unternehmenskultur, die den Menschen mit seinen Kompetenzen in den Mittelpunkt stellt und seine Sorgen ernst nimmt. Eine Unternehmenskultur, die Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter fordert. Denn: Gesunde, zufriedene und motivierte, kreative Mitarbeiter entscheiden über den Erfolg eines Unternehmens. Unternehmen profitieren, wenn Mitarbeiter einen Sinn in ihren Aufgaben sehen und sich mit ihrer Arbeit identifizieren.“

Diese Unternehmenskultur können Geschäftsführer beziehungsweise Eigentümer natürlich nicht einfach verordnen. Sie müssen die richtigen Schritte ergreifen, diese Kultur auch zu etablieren. Ein Weg dazu sind individuelle Coaching-Programme, die über angepasste Übungen neues Denken und Handeln verankern und durch die die Mitarbeiter verinnerlichen, um was es wirklich geht. Durch die Erfahrung in der Gruppe kann jeder einzelnen sich seiner Rolle nochmals vergewissern, sich im Team einfinden und seine Potenzial frei entfalten. Denn die Praxis zeigt oft, dass sich Mitarbeiter gehemmt fühlen und erst aktiviert und motiviert werden müssen. Auf diese Weise entsteht eine neue Art der Kommunikation, und in den Teams herrscht ein neuer Geist, der Konflikte gar nicht erst zulässt beziehungsweise die Teammitglieder dazu befähigt, Streitigkeiten zügig und kooperativ aufzulösen. Und das wiederum reduziert Stress ganz erheblich.

Wichtig dabei: Auch die Führungskräfte müssen ein solches Coaching annehmen und zeigen, dass es ihnen ernst ist. Nur dann kann eine partnerschaftliche, kooperative Unternehmenskultur entstehen. Diese beginnt nämlich ganz oben.

Bildrechte: peshkov/Fotolia

 

Über den Gastautor:

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Thomas Sablotny ist Inhaber von hoch3 – Klassenfahrten und Gruppenprogramme und Kobon – Team –Training – Incentive und entwickelt für Unternehmen ganz gleich welcher Branche und Größe individuelle Programme mit einem Fokus auf Indoor- und Outdoor-Trainingsprogramme, die dem Motto folgen: „Wir schaffen Erlebnisse mit Ergebnissen.“ Diese Programme führen hoch3 und Kobon sowohl an den eigenen Standorten als auch bei den Auftraggebern sowie an deren Wunschstandorten durch. Thomas Sablotny kooperiert mit Hotels in ganz Deutschland und entwickelt passgenaue Programme für Teambuilding, Teamentwicklung und Stressabbau. Weitere Informationen: www.hochdrei.de und www.kobon.de





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