Geschrieben von Thomas Hünicke, Freitag, 5. Juni, 2015

Auch in Seitwärtsmarkten Renditechancen wahren

(PREGAS/T.H.) Stillhaltergeschäfte können für vorsichtige Anleger gute Instrumente sein, um das Portfolio abzusichern und die Performance zu stabilisieren. Das Risiko ist niedrig.

Hoteliers und Gastronomen sind in aller Regel eher konservative Unternehmer. Sie planen für die Zukunft, wirtschaften vorsichtig und sind häufig keine Freunde von eher „sportlichen“ Expansionsplänen oder Finanzierungen. Das setzt sich dann auch in der Geldanlage fort. Anlagen mit gewissem Risiko? Bitte nicht, also auch lieber die Finger von den Aktien lassen – oder etwa doch nicht? Nein, denn ohne Aktien wird es kaum noch möglich sein, langfristig ordentliche Renditen zu erwirtschaften. Denn gut gewählte Direktinvestments in starke Unternehmen bringen nicht nur über die Zeit Kurssteigerungen mit sich. Anleger profitieren auch von den Dividendenzahlungen.

Das Gegenargument vieler Aktienmuffel: Dies funktioniert doch nur, solange die Märkte nach oben gehen – und damit haben sie grundsätzlich natürlich recht. Denn wenn die Kurse fallen, sind auch die Aktien weniger wert, und in wirtschaftlich weniger rosigen Zeiten schütten Unternehmen auch keine opulenten Dividenden aus. Doch was tun? Schnell bei den aktuellen Höchstständen vom um die 12.000 Punkte alles verkaufen, um sich ja keiner Gefahr auszusetzen? Oder gar nicht einsteigen, denn es könnte ja sein, dass…?

Das muss nicht sein, Hoteliers und Gastronomen können durchaus auch bei schwankenden Perspektiven börslich engagiert sein. Der Grund: Stillhaltergeschäfte generieren vor allem in Seitwärtsmärkten das Optimum an Rendite. Bei einem Stillhaltergeschäft werden zusätzliche Einnahmen erwirtschaftet, die die Rendite eines Depots verbessern und das Risiko verringern können. Zahlreiche Studien beweisen, dass rund 80 Prozent der Stillhaltergeschäfte positiv ausgehen.

Das Prinzip ist einfach und eignet sich für alle Anleger. Besitzt ein Kunde beispielsweise 1000 Aktien eines Emittenten für einen gegenwärtigen Kurs von jeweils 27,50 Euro, kann er ein Stillhaltergeschäft auf Basis von beispielsweise 31 Euro eingehen. Das heißt, dass er gewillt ist, innerhalb der kommenden zum Beispiel zwei bis sechs Monate seine Aktien für 31 Euro das Stück zu verkaufen, wofür er eine Prämie von vier bis acht Prozent je nach Marktlage erhält. Ruft die Gegenpartei des Stillhaltergeschäftes die Aktien ab, muss der Inhaber diese verkaufen; will die Gegenpartei nicht kaufen, behält er die Aktien und kann zum Beispiel direkt ein weiteres Stillhaltergeschäft eingehen. Entweder der Kunde bekommt also nur die Prämie oder beim Verkauf die Differenz plus Prämie. Das einzige Risiko ist, dass der Kunde bei plötzlich steigenden Kursen auf einen höheren Gewinn verzichten muss.

Damit können gastgewerbliche Unternehmer ihre Portfolios absichern und auch bei schwankenden Märkten recht beruhigt sein. Denn die Stillhaltergeschäfte stabilisieren die Performance und generieren auch in unruhigen Zeiten ordentliche Rendite-Opportunitäten. Dazu kommt: Diese Stillhaltergeschäfte haben nichts mit anderen Termingeschäften wie den vielfach berüchtigten Leerverkäufen zu tun. Deshalb tragen Anleger bei Stillhaltergeschäften auch keinesfalls das gleiche Risiko wie Käufer anderer derivativer Strukturen.

Bildrechte: fotogestoeber

Über den Gastautor:

thomas2Thomas Hünicke ist geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH aus Düsseldorf und führt die unabhängige Vermögensverwaltung gemeinsam mit Andreas Wahlen. Die Anlageprofis besitzen jahrzehntelange Kapitalmarkterfahrung und sind Experten für die individuelle Verwaltung größerer Kundenportfolios und das Management eigener vermögensverwaltender Fonds.

Weitere Infos: www.wbsh-vv.de





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